Vierter Fachtag gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Rund 120 Fach- und Leitungskräfte haben sich zum ganztägigen vierten Fachtag zum Thema „Gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ angemeldet. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage, welche Bedeutung sexuelle Bildung für den Schutz, die Entwicklung und die Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen hat, wie sie rechtlich verankert ist und welcher Auftrag sich daraus für pädagogische Fachkräfte ergibt.
Die Veranstaltung richtete sich an Fach- und Leitungskräfte aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe, darunter die Frühen Hilfen, die Kindertagesbetreuung und -pflege, der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Schulsozialarbeit. Auch Fachkräfte aus Grund- und weiterführenden Schulen, Beratungsstellen, dem Familiengericht sowie weiteren Einrichtungen und Institutionen waren vertreten.
Der Fachtag wurde von Katharina Schenk organisiert, die bei der Stadt Langenfeld für den Kinder- und Jugendschutz und die Jugendhilfeplanung zuständig ist. Unterstützt wurde sie durch Anna Vossen, Leitung des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Stadt, und Polina Grabowski, Vertiefungsgebiet sexualisierte Gewalt.
Ziel der Veranstaltung war es, für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren, fachliche Kenntnisse zu vertiefen, Handlungssicherheit zu stärken und den interdisziplinären Austausch zu fördern.
„Sexualisierte Gewalt ist ein komplexes und tiefgreifendes Themenfeld. Betroffene Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die hinsehen, zuhören, verstehen und konsequent handeln. Deshalb ist es so wichtig, Fachkräfte zu stärken, Wissen zu vermitteln und gemeinsam Strukturen zu schaffen, die Kinder und Jugendliche schützen“, sagte Bürgermeister Gerold Wenzens bei der Begrüßung.
In den Hauptvorträgen stand die sexuelle Bildung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Dabei wurde unter anderem die Frage behandelt, inwieweit Kinder und Jugendliche ein Recht auf sexuelle Bildung haben, auf welchen gesetzlichen Grundlagen dieses Recht und der damit verbundene Bildungs- und Schutzauftrag beruhen und welche Verantwortung sich daraus für pädagogische Fachkräfte ergibt.
Hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung einer professionellen Haltung. Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Erwachsene, die ihnen durch eine klare Haltung, ein transparentes Regelwerk und eine altersgerechte Sprache Orientierung geben und zugleich Raum für Fragen, Entwicklung und Selbstbestimmung lassen.
In zwei der vier Workshops wurde daher erörtert, welche Rahmenbedingungen inklusive sexuelle Bildung benötigt, welche Sprache und Methoden geeignet sind und wie Barrieren abgebaut werden können. Damit wurde zugleich der Frage nachgegangen, wie sexuelle Bildung einen Beitrag dazu leisten kann, Kinder und Jugendliche in ihrer Selbstbestimmung zu stärken und sie vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt zu schützen.
„Gerade in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Kita, Schule und Beratung stehen Fachkräfte vor der Herausforderung, unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen und allen Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu altersgerechten Informationen und Unterstützung zu ermöglichen“, betonte Katharina Schenk.
In den beiden weiteren Workshops wurde sich mit den Themen „Medienkompetenz spielerisch und jugendgerecht vermitteln“ und „Fragestellungen, die insbesondere für den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) relevant sind“ beschäftigt.
„Der Fachtag bot somit Raum für fachlichen Austausch, die Reflexion der eigenen pädagogischen Praxis und die Vernetzung der verschiedenen Berufsgruppen. Dabei wurde deutlich, dass Kinderrechte, sexuelle Bildung, Prävention und Kinderschutz eng miteinander verbunden sind“, fasste Anna Vossen abschließend zusammen.
„Kinderschutz ist eine gemeinsame Verantwortung, die nicht an Zuständigkeitsgrenzen endet. Gerade beim Thema sexualisierte Gewalt brauchen wir gut qualifizierte Fachkräfte, klare Strukturen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Der Fachtag zeigt, wie wichtig es ist, Wissen zu teilen, die eigene Haltung zu reflektieren und Kinder und Jugendliche in ihrer Selbstbestimmung zu stärken“, resümiert Sonja Baumhauer, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport der Stadt Langenfeld.