„How to Karneval“: Nachbarstädte kooperieren mit Sag’s e.V. bei Kampagne zu Jugendschutz im Karneval
Prinz René und Prinzessin Christina, das amtierende Prinzenpaar aus Monheim am Rhein, haben sich in dieser Session bewusst einem ernsten Thema verschrieben: dem Kinder- und Jugendschutz. „Wir haben uns ganz bewusst für eine Zusammenarbeit mit Sag’s e.V. entschieden“, betonen sie. Was 2024 als Idee begann, hat sich inzwischen zu einer städteübergreifenden „How to Karneval“-Kampagne entwickelt.
Unterstützt wird die Kampagne auch von der Monheimer Bürgermeisterin Sonja Wienecke und Langenfelds Bürgermeister Gerold Wenzens, die der Einladung zur Präsentation bei Sag’s e.V. gefolgt waren.
Die Stimmung ist gut beim Treffen der neuen Stadtspitzen in der Beratungsstelle für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen.
Die Kampagne „How to Karneval“ richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. Sie macht auf mögliche Grenzüberschreitungen und klare „No-Gos“ beim Feiern aufmerksam. Gleichzeitig ermutigt sie Betroffene, sich Hilfe zu holen, und appelliert an unbeteiligte Beobachtende, aufmerksam zu sein, einzuschreiten oder Unterstützung zu organisieren.
„Ich war sofort begeistert, als ich die Plakate bei der Prunksitzung gesehen habe“, berichtet Sonja Wienecke. „Besonders beeindruckt hat mich der Mut des Prinzenpaares, dieses wichtige Thema im Karneval sichtbar zu machen.“
Präsentiert wird die Kampagne auf digitalen Screens und auf Papierplakaten entlang der Karnevalszüge. Darüber hinaus ist sie in Schulen, in der Gastronomie und im Einzelhandel präsent – unterstützt von beiden Stadtverwaltungen sowie von den Kulturanbietern Schauplatz Langenfeld, Kulturraffinerie K714 und Sojus 7.
„Die Grenzen sind bei diesem Thema oft fließend“, erklärt Gerold Wenzens. „Leider berücksichtigen manche Feiernde die Folgen ihres Handelns für andere nicht ausreichend. Umso wichtiger ist es, auf die ‚How to Karneval‘-Botschaften hinzuweisen.“
Zu den wesentlichen Kernpunkten der Kampagne zählen klare Aussagen wie: „Nur Ja heißt Ja“, „It’s a dress, not a yes“, „Akzeptiere Grenzen“, „Unterstütze andere, wenn deren Grenzen verletzt werden“ und „Hol dir Hilfe“.
Sag’s e.V. ist als Fachberatungsstelle für beide Städte zuständig. „Tatsächlich nehmen an unseren Präventionsprojekten in beiden Kommunen etwa gleich viele Schulen teil, und auch in der Beratung zeigt sich ein ähnliches Bild“, erläutert Cornelia Schuischel, Leiterin der Beratungsstelle.
„Dieses gemeinsame Projekt ist ein starkes Signal für die Zusammenarbeit unserer Städte“, sind sich Wienecke und Wenzens einig.
Bleibt zum Schluss noch die Frage nach den Karnevalskostümen der beiden Stadtspitzen: „Der Straßenkarneval macht mir besonders viel Spaß“, sagt Wenzens, „aber ich weiß noch gar nicht, als was ich gehe.“ Sonja Wienecke schmunzelt: „Mein Kostüm bleibt noch geheim.“
Info:
Sag’s e.V. ist eine Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche aus Langenfeld und Monheim, die sexualisierte Gewalt erleben oder erlebt haben und für alle, die ihnen helfen möchten. Weitere Informationen: www.sags-ev.de